Frauenpolitischer Antrag

Aus JuLis Bayern
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Antrag beschlossen vom 15. LaKo am Unbekannter Zeitraum
Antragsteller: Unbekannte Antragsteller
Gültigkeit: unbefristet


Frauenpolitischer Antrag

"Ziemlich öd' hier ohne Mädels..." Politik ist global. Unserer Meinung nach gibt es außer dem § 218 kein spezifisches Frauenthema. Deshalb: Frauenpolitik bei den Julis unnötig wie ein Kropf? Nein! Die politische Realität (3% aktive Frauen) zwingt uns zu folgenden Überlegungen. Wir haben berechtigte Zweifel, dass sich viele ihrem diskriminierenden und verletzenden Gehabe Frauen gegenüber (und das betrifft nicht nur Heten!) nicht bewusst sind. Diese Analyse soll deutlich machen, wo die Schwachstellen liegen und Ansätze zu Verbesserungen liefern. Sieh Dir mal die Kleine an ... Es muss doch möglich sein, ohne lila Latzhose oder behaarte Beine politisch ernstgenommen zu werden und schlicht zu diskutieren. Bisher ist die Rolle der JuLi-Frauen in erster Linie beschränkt, auf Bettmaus, Kummerkasten oder nette Zugabe auf Parteiveranstaltungen. Wir wollen sachliche Diskussionen, mit der Denke im Kopf und nicht im Schwanz. Der ist für den Spaß da, und soll es auch bleiben. Mit penetrantem Baggern vergeht echt jeder der Spaß. Selbst für die Herren Alter Schule bleibt ein Nein immer noch ein Nein. Sollte es dennoch einmal zu einer Meinungsänderung kommen, so sind Frauen durchaus in der Lage, dies kundzutun. Trau Euren Ohren! Frauen meinen, was sie sagen. Besonders entnervend ist die Masse der Kommentare. Männer klopfen Sprüche meist im Kollektiv, in Stammtischmentalität. Diesen sind Frauen meist hilflos ausgeliefert. Aufgrund ihrer geringen Anzahl können sie kein Gegenkollektiv bilden. Die politischen Gepflogenheiten sind männlich dominiert. Dadurch kommt es oft zu Missverständnissen. Frauen haben andere Kommunikationsstrukturen als Männer. Persönliche Erfahrungen mitzuteilen, ist kein Bla-bla, sondern dient als Beweis der eigenen Argumentation. Des weiteren legen Frauen auf Rückmeldungen im Gespräch mehr Wert, während Männer dies oft als störende Unterbrechung empfinden. Dies ist mit ein Grund, dass es Frauen schwer fällt, vor einem Plenum zu sprechen. Daraus folgt, dass in dem Maße in dem Gruppenarbeit aus der politischen Kultur verschwindet, der Anteil der aktiven Frauen sinkt. Der Mangel an Frauen bei den JuLis, ist bei Ämterwahlen noch frappierender festzustellen. Dies liegt zum einen daran, dass Frauen oftmals nicht mit dem Ziel einer Karriere eintreten, zum andern aber am Wahlverhalten. Ausschlaggebend für eine Wahl ist nicht Sachverstand, sondern Selbstdarstellung. Frauen neigen aufgrund ihrer Erziehung zu Zurückhaltung und weniger zu Profilierung, wie es Männer besonders in Gruppen immer wieder demonstrieren. ...wie die Kleine tanzen kann! Wir treten ein, für die Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein, denn an Jungen werden vorn naß und Mädchen in der Mitte , können und wollen auch wir nichts ändern. Auch wenn wir Gleichberechtigung im herkömmlichen Sinn ablehnen, so bedeutet das nicht, dass wir Chanchenungleichheiten tolerieren. Realitäten, wie ungleiche Bezahlung am Arbeitsplatz, lassen sich nicht per Gesetz ändern. Diese Zustände werden sich mit der Zeit auswachsen. Das von vielen Frauen - besonders der Frauenbewegung - kritisiere Frauenbild in der Werbung, resultiert meist aus der eigenen Betroffenheit jener Frauen und aus dem selbstauferlegten Konkurrenzdruck. Dieses Konkurrenzdenken verhindert auch bei den JuLi-Frauen eine unkomplizierte Zusammenarbeit. Das muss anders werden. Auf der Mauer, auf der Lauer... Das sicher hilfreichste und zugleich schwerste im Umgang zwischen Männer und Frauen (aber auch für gleichgeschlechtliche Zuneigungsbindungen ) wäre es, den politischen und privaten Bereich zu trennen. Schwer genug bei einer Gruppe ausgelassener, junger Menschen in der Blüte ihrer Jugend mit Spaß am Leben (und lieben) aber die Nächte sind doch lang genug. Leider ist es immer noch so, dass gerade Frauen durch amouröse Beziehungen politisch an Glaubwürdigkeit verlieren. Vom Parteimäuschen zur Parteihure ist nur ein kleiner Schritt - und man muss sich noch nicht einmal bewegen. Aufgrund der unterschiedlichen Kommunikationsstrukturen bei Männern und Frauen fällt es Frauen besonders schwer, sachliche Kritik von der eigenen Person zu trennen. Hier müssen beide Seiten lernen: Frauen, dass Kritik an ihren Vorschlägen keine Kritik an ihnen selbst ist. Männer, dass es keine Hysterie ist, wenn Frauen sich persönlich betroffen fühlen. Desgleichen müssen sich Frauen, die Mittel wie Schmollmund und Augenaufschlag zur Erreichung ihrer Ziele verwenden wollen, sich nicht wundern, wenn sie als Dummchen behandelt werden. Sie müssen sich aber auch bewusst machen, dass damit das Ziel, Frauen als intellektuell gleichberechtigte Partner in sachlichen Diskussionen anzuerkennen, unterlaufen. Ziel für beide Seiten kann es nur sein, die Atmosphäre zu verbessern. Dazu ist es nötig, sich auf höflichere Umgangsformen zu besinnen und diese umzusetzen. Es sollte nicht zu viel verlangt sein, Menschen mit ihrem Namen anzusprechen und nicht - wie es Frauen immer wieder geschieht - sie heranzupfeifen. Es geht hier nicht um das Verbot von Lästereien (wir wollen ja menschlich bleiben), sondern um freundlichen Umgang im persönlichen Kontakt. Eine Partei, die Toleranz und Individualität auf ihre Fahnen geschrieben hat, sollte das zuallererst bei sich selbst umsetzen. Das schließt Akzeptanz und Rücksichtnahme auf die unterschiedlichen Charaktere ein. Etwas mehr Sensibilität für die Situation und Offenheit im Gespräch. Und das gilt für beide Seiten: Sagt doch wenn Euch was zu viel wird. Fazit Es geht in diesem Papier nicht um die undifferenzierte Aussage: Alle Männer sind Schweine, sondern um eine Bestandsaufnahme der Problematik zwischen Männern und Frauen. Wir wollen Frauen nicht durch von außen aufoktroyierte Regeln fördern, sondern durch gegenseitiges Verständnis und Beseitigung der zwischenmenschlichen Hürden. Wir lehnen sogenannte "frauenfördernde" Maßnahmen ab, z.B. Quotenregelung und Frauenfreundliche Steuersysteme, wie sie unsinnigerweise von den Liberalen Frauen gefordert werden. (Sehen sie denn nicht, wie diskriminierend das ist?). Schwierigkeiten und Diskriminierungen von Frauen in vielen Bereichen lassen sich nicht durch politische Forderungen und Gesetzgebung lösen, sondern ausschließlich durch gesellschaftliche Veränderungen. Und diese lassen sich nicht mit Anträgen beschleunigen, sondern nur durch die Praxis. Eine fruchtbare Zusammenarbeit ist nicht unmöglich, es braucht nur ein bisschen guten Willen, damit bald aktiven Frauen auch bei den JuLis zum Erscheinungsbild gehören. Es liegt an uns.

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